Eine kurze Entstehungsgeschichte

Die Idee, ein Bild aus Samen und Körner zu machen hatte Frau Hummel im Jahr 1978. Damals hat sie zusammen mit Frauen des Kirchenstiftungsrates und ein paar anderen Frauen einen Basar für den neuen Kirchenboden organisiert. Dabei wurde Christbaumschmuck aus Gewürzkörnern gebastelt. Daraufhin fing Frau Hummel an zu sammeln und wollte diese Idee in ein größeres Bild umsetzen.

Der erste Teppich 1979 war, im Vergelich zu heutigen Verhältnissen, zwar einfach, fand aber großen Anklang in der Bevölkerung. Somit war der Grundstein für eine erfolgreiche Erntedankstradition geschaffen, die bis heute anhält.

Für Familie Hummel hat damit auch eine große Sammelleidenschaft begonnen, denn die ganzen Samen, Körner und getrocknete Blütenbläter müssen mühefall von Hand gesammelt, getrocknet und eventuell gemahlen werden bevor sie ihren Platz auf dem Teppich finden. Nichts was einmal auf dem Teppich lag kann wieder verwendet werden, denn am Ende der "Liegezeit" wird das Erntedankbild mit dem Besen zusammengefegt. Es sei zudem noch anzumerken, dass alle verwendeten Materialien in Ihrer ursprünglichkeit verwendet werden, es wird nichts gefärbt oder chemisch verändert "denn die Farben der Natur sind durch nichts zu übertreffen", so Frau Hummel.

Anfang September beginnt Frau Hummel mit den Arbeiten des Erntedankteppichs. Nach erfolgreicher Motivsuche, wird der Mittelteil des Bildes mittels eines Projektors auf eine Holzplatte übertragen und von der Familie zu Hause ausgelegt. Pinzetten, Puppenlöffel, Pinsel, Siebe und Schälchen dienen dazu als Arbeitsgeräte. Da kein Klebstoff verwendet wird ist es durchaus möglich, dass mancher Teil mehrere Legeversuche benötigt bevor er akzeptiert wird.

Nachdem der Mitteilteil fertig gestellt ist, wird er mit über Holzlatten gespannter Folie verpackt und in die Kirche getragen. Dort wird er auf einem Holzgerüst aufgelegt und ein Team um Frau Himmel beendet dort in mühevoller Kleinarbeit kniend den Rand. Hierzu werden nochmal zwei Tage benötigt.

Um den festlichen Rahmen zu verleihen werden die Altäre des Chorraums mit den Erntegaben aus der Bevölkerung herbstlich geschmückt.